LandFrauenverein Weidach
Streuobstwiese beim Mähdlesbaum
Seit unserem ersten Vereinsjahr befassen wir uns mit dem Thema Bäume.
Ein Teil davon waren Erkundigungen über die Obstbäume, die in den Gärten unseres Dorfes stehen und standen. Die großen Obstgärten werden leider in nicht allzuferner Zeit in unseren Dörfern der
Vergangenheit angehören. Viele Obstgärten im Dorf und am Dorfrand mussten bereits einer Bebauung weichen.
Streuobstwiesen sind jedoch prägender Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Sie gehören schon seit über 200 Jahren zum Landschaftsbild in Baden-Württemberg. Diese Tatsachen haben uns bewogen, im Frühjahr 1993 eine Streuobstwiese mit 22 Obstbäumen außerhalb unseres Dorfes anzupflanzen. Im Jahr 2005 kamen 5 weitere Bäume dazu. Die alten Obstsorten wurden von uns nach Befragungen in unserem Dorf, nach klimatischen Gesichtspunkten, nach geschmacklichen Eigenschaften und nach der Verwendbarkeit ausgesucht.
Die alten Obstsorten stellen ein Kulturgut dar, das wir weitergeben möchten an die nächsten Generationen. Jeder Baum trägt eine andere Apfel- oder Birnensorte. Bei unserer Anlage kann gut beobachtet werden, welche Obstsorte sich gegen die Nährstoffkonkurrenz des Unterwuchses (Gras) behauptet, welche ohne Pflanzenschutz auskommt und den schwierigen Standortbedingungen Stand hält. Wir sehen unsere Streuobstwiese als eine Art regionalen Sortenerhaltungsgarten. Hier können die Sorteneigenschaften über einen langen Zeitraum beobachtet werden.
Ziel unseres Bemühens ist eine artenreiche Lebensgemeinschaft auf der Wiese, weshalb auf jegliche Pestizide und Dünger verzichtet wird. Der Grasschnitt erfolgt ein- bis zweimal im Jahr. Das Gras bzw. das Heu wird abgeräumt. Dadurch soll ein Artenreicher Bewuchs mit Kräutern und Wiesenblühern gefördert werden. Die Streuobstwiese als Biotop wird immer mehr geschätz, da festgestellt wurde, dass viele Arten bedroht sind, deren Lebensraum Streuobstwiesen sind.
Hochstämmige Obstbäume sind langlebige Gehölze. Sie können 50 bis 100 Jahre alt werden. Der Ertrag setzt bei Hochstämmen erst nach dem 10. bis 12. Lebensjahr ein. Unsere Bäume haben erstmals im Jahr 2007 eine Obsternte beschert. Das Ende Oktober geerntete Obst brachte es auf ein ideales Mostgewicht von 55 Öchsle. Der Saft wurde vergoren und erstmals konnte bei unserer Besinnlicher Stunde beim Christbaum auf dem Dorfplatz ein hervorragender Glühmost ausgeschenkt werden. Da kann man sagen, da freut sich auch der Mensch an dem Biotop.
Baumschneidekurse
Jedes Jahr im Februar findet ein Baumschneidekurs...weiter
Schädlingsbekämpfung durch Förderung der Nützlinge
Weil wir auf den Einsatz von Chemie zur Bekämpfung von Schädlingen jedweder Art verzichten, werden Nützlinge gefördert.
Zu den Nützlingen im Obstbau zählen außer verschiedener Käfer und Insekten besonders die Vögel. Zur Förderung der Ansiedlung von Vögeln in den eigenen Gärten wurden von unserer Mädchen- und Jugendgruppe Vogelnistkästen gebaut. Zwei davon wurden an Bäumen auf der Streuobstwiese angebracht.
Honigbiene - Partner der Streuobstwiese
Der wichtigste Partner der Streuobstwiese ist die Honigbiene. Die meisten Obstsorten sind auf eine Fremdbestäubung angewiesen. Seit 1998 hat ein Imker einige Bienenvölker in unserem Bienenstand untergebracht. Bei Infotagen zeigen wir die Imkerei früher und heute. Es sind alte und neue Imkergeräte zu sehen.
Wildbiene, Einsiedlerwespe und Hummel
Wildbienen werden immer wichtiger zur Bestäubung der Obstbäume.....weiter
